Fasten für die Sinne
Das Fasten im Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Kalenders, ist eine der fünf Säulen des Islam. Der Koran schreibt allen erwachsenen Muslimen vor, in diesen ca. 29 Tagen von Sonnenauf- bis -untergang auf jegliche Speisen und Getränke sowie aufs Rauchen und sexuelle Kontakte zu verzichten. Laut Koran gibt
diese Fastenzeit den Gläubigen die Möglichkeit, ihre Frömmigkeit zu pflegen. Alte Menschen, Kranke, Schwangere und Reisende sind von diesem Fastengebot ausgenommen.
Das Fasten endet jeden Abend mit dem Ruf des Muezzins der nächstgelegenen Moschee beim Sonnenuntergangsgebet. Die Familien versammeln sich und beginnen das Schlemmen. Die Straßen leeren sich, und Stille senkt sich über die Stadt – ähnlich unserer besinnlichen Weihnachtszeit. Nach dem ersten großen Schmausen füllen sich die Straßen mit buntem Treiben. Besondere Andachten, während derer lange Abschnitte aus dem Koran gelesen werden, begleiten die Nacht. Erst am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang beginnen die Stunden des Fastens erneut.
Der Ramadan endet mit dem Fest Aid el Fitr, an dem vor allem die Kinder beschenkt werden und besondere Gebete gesprochen werden. Auch wenn der Ramadan eine auslaugende Zeit für die Gläubigen ist, empfinden die Menschen ihn nicht als Strafe, sondern als Fest, als Zeit zur Versenkung in den Willen Allahs und als Fest der Familie. Das Teilen der Speisen mit Menschen, die allein und arm sind, ist vor allem im Ramadan, dem Monat des Mitfühlens und Zusammenrückens, selbstverständlich.
Das tägliche Leben verfällt im Ramadan in einen Halbschlaf. Zahlreiche Geschäfte bleiben geschlossen oder öffnen nur wenige Stunden täglich. Auch Behörden und Banken haben eingeschränkte Öffnungszeiten.
Haben Sie Verständnis, dass sich die Hotelangestellten zur Zeit des Fastenbrechens in den Abendstunden für einige Momente zum besinnlichen Speisen zurückziehen und die Geschäfte während dieser Zeit geschlossen bleiben.
