Daten und Fakten einer alten Kultur
Vorgeschichtliche Zeit (5000-3000 v. Chr.): Jungsteinzeitliche Kultur, nomadische Jäger siedeln im Niltal, Entwicklung des Glaubens an das Jenseits
1. – 2. Dynastie (ca. 3000 – 2665 v. Chr.): König Menes vereinigt Ober- und Unterägypten, Hauptstadt des Reiches wird Memphis, Entwicklung der Hieroglyphen, Auseinandersetzungen verschiedener Machtzentren erschüttern den jungen Staat
3. – 6. Dynastie (ca. 2665 – 2155 v. Chr.): Imhotep baut in Sakkara die Stufenpyramide König Djosers. Die großen Pyramidenbauer Cheops, Chefren und Mykerinos errichten in Gizeh gewaltige Grabmonumente. Die Pharaonen verlieren ihre Macht an kleine Fürsten in der Provinz, es folgt eine Wirtschaftskrise.
7. – 10. Dynastie (ca. 2155 – 2130 v. Chr.): Zeit der schwachen Herrscher und Bürgerkriege. Missernten und nicht funktionierende Verwaltung führen zu Hungersnöten.
11. – 12. Dynastie (ca. 2130 – 1785 v. Chr.): Thebanischen Fürsten gelingt unter Mentuhotep I. die zweite Reichseinigung. Theben wird kurzzeitig zur Hauptstadt des ganzen Landes.
13. – 17. Dynastie (ca. 1785 – 1550 v. Chr.): Mit der neuen Kriegstechnik Pferd und Wagen dringen Hyksos aus Nordosten nach Ägypten vor, besetzen das Delta und erobern Memphis.
18. – 20. Dynastie (ca. 1550 – 1070 v. Chr.): Wiedervereinigung des Landes und Befreiung von Fremdherrschaft. Ägypten genießt wirtschaftlichen Wohlstand und kulturelle Blütezeit, Ramses II. gehört zu den bekanntesten Herrschern der Zeit.
21. – 30. Dynastie (ca. 1070 – 332 v. Chr.): Auf die kurze Blütezeit folgt die Zeit der Not, die Assyrer und Perser wechseln sich mit ägyptischen Herrschern ab.
Dritte Zwischenzeit (ca. 332 – 30 v. Chr.):
332 v. Chr.: Alexander der Große erobert das Land und gründet Alexandria. 300 Jahre lang ist Ägypten das Zentrum griechischer Kultur und Kunst.
Spätzeit (ca. 30 v. Chr. – 395 n. Chr.):
Byzantinische Herrschaft und christliche Zeit: Das Land gerät unter die Herrschaft der Römer und wird römische Provinz.
ca. 395 – 640 n. Chr.: Die Bibel wird ins Koptische übersetzt und das Christentum wird zur Hauptreligion.
Kalifareich ca. 640 – 935 n. Chr.: Die islamischen Truppen erobern Ägypten und errichten Fustat als Hauptstadt.
935 – 969 n. Chr. Ichschididen: Die Abbasiden von Bagdad setzen türkische Statthalter in Ägypten ein. Es finden schwere Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen statt, die arabische Sprache verdrängt zunehmend das Koptische.
969 – 1171 n. Chr. Fatimiden: Die Fatimiden gründen Kairo und eröffnen in der El-Azhar-Moschee eine islamische Hochschule.
1171 – 1250 Aiiubiden: Bau der Zitadelle.
1250 – 1517 Mamluken: Es herrschen die Mamluken, Bau von Moscheen, Schulen und Mausoleen.
1517 – 1798 Osmanen: Ägypten wird Teil des Osmanischen Reiches, die Bevölkerungszahl sinkt drastisch.
1798 – 1801: Französische Herrschaft
1805 – 1952 M. Ali und seine Nachfolger: Mohammed Ali kommt an die Macht. Sein Hauptziel ist der Aufbau einer modernen Industrie und Bildungselite, um Ägypten zur Unabhängigkeit zu führen.
1882 – 1952 Englische Herrschaft: Nach Aufständen besetzen die Engländer Ägypten.
1898 – 1902: Bau des ersten Staudamms in Assuan.
1914: England beseitigt die türkische Oberhoheit und erklärt Ägypten zum Protektorat.
1922: England erkennt die Unabhängigkeit Ägyptens an. Der britische Hochkommissar behält Vorrechte. Der Suezkanal und der Sudan sind weiterhin besetzt.
1937: König Faruk I. besteigt den Thron.
1942: Mit Waffengewalt wird König Faruk I. gezwungen, eine pro-britische Regierung einzusetzen. Das Land wird zum Kriegsschauplatz. General Rommel marschiert bis Al Alamein, wo er von britischen Truppen besiegt wird.
1946: Die britischen Truppen ziehen bis auf die Kanalzone ab.
1948: Niederlage der arabischen Staaten gegen den Staat Israel.
1952: Der König wird gestürzt. Ein umfassendes Reformprogramm tritt in Kraft. Abschaffung der Monarchie. Ägypten wird Republik. Nasser wird Staatspräsident. Die britischen Truppen verlassen das Land. Der Verstaatlichung des Suez-Kanals folgt die Suezkrise. Israel dringt auf den Sinai vor. Britische und französische Luftlandetruppen besetzen die Kanalzone.
1952 Suez-Krieg: Ägypten und Syrien schließen sich zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) zusammen.
1960: Verstaatlichung der Wirtschaft, Politik des Arabischen Sozialismus.
1965: Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland, als diese Beziehungen zu Israel aufnimmt.
1967: Sechs-Tage-Krieg. Ägypten sperrt den Golf von Aqaba, woraufhin Israel am 5.6. den Sinai bis zum Suezkanal besetzt.
1970: Präsident Nasser stirbt, neuer Präsident wird Sadat.
1971: Einweihung des Assuan-Staudamms durch Präsident Sadat.
1972: Die diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland werden wieder aufgenommen.
1973: Oktoberkrieg – durch Druck der Großmächte gibt es Waffenstillstand mit Israel. Der amerikanische Präsident Nixon besucht Ägypten.
1977: Sadat reist zu Verhandlungen nach Jerusalem.
1979 – 1980: Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel. Rückgabe eines Teils der Sinai-Halbinsel. Diplomatische Beziehungen mit Israel.
1981/82: Präsident Sadat wird ermordet, Nachfolger wird Hosni Mubarak. Rückgabe des restlichen Sinai durch Israel.
1989: Israel gibt die Sinai-Enklave Taba zurück. Ägypten wird wieder in die Arabische Liga aufgenommen, obwohl es den Friedensvertrag mit Israel nicht widerrufen hat.
1990/91: In der Kuwait-Krise und im Golfkrieg spielt Ägypten eine führende Rolle im anti-irakischen Bündnis, das die irakische Armee aus Kuwait vertreibt.
1999: Hosni Mubarak wird zum vierten Mal für eine weitere sechsjährige Amtszeit gewählt.
2001: Hosni Mubarak versucht, zwischen den Palästinensern und Israelis zu vermitteln.
2005: Nach einer Verfassungsänderung findet im September 2005 erstmals eine Präsidentenwahl mit mehreren Kandidaten statt. Bei der Wahl wird Mubarak für seine 5. Amtszeit gewählt.
2007: Verfassungsreform: Streichung der Formulierungen mit sozialistischen Bezügen.
25. Januar 2011: Beginn der Facebook-Revolution
26. Januar 2011: Tausende junge Demonstranten finden sich über das soziale Netzwerk Facebook und das Mikroblogging-Netzwerk Twitter zusammen. Beide Dienste werden daraufhin in Ägypten gesperrt.
11. Februar 2011: Vizepräsident Omar Suleiman verkündet, dass Mubarak sein Amt aufgibt. Die vorläufige Regierung bildet nun der oberste Rat der Streitkräfte. Zuvor hatte das Militär Verfassungsreformen und freie Wahlen zugesagt.
13. Februar 2011: Der oberste Militärrat setzt die Verfassung außer Kraft, löst beide Kammern des Parlaments auf, kündigt eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung an und lässt im Staatsfernsehen verkünden, dass Wahlen wie ursprünglich geplant im September stattfinden werden.
16./17. Juni 2012: Der frühere Muslimbruder Mohammed Mursi gewinnt die Präsidentschaftswahlen mit 51,7% der Stimmen.
30. Juni 2012: Mohammed Mursi legt seinen offiziellen Amtseid ab.
22.-30. November 2012: Der Präsident gibt sich selbst mehr Macht, es folgen tagelange Proteste. Der von Islamisten beherrschte Verfassungsausschuss setzt Mursis Entwurf einer neuen Verfassung durch.
15./22. Dezember 2012: In zwei Referendumsrunden stimmen die Ägypter mit 63,8% der Verfassung zu. Die Beteiligung am Referendum ist aber gering.
25. Januar 2013: Hunderttausende Ägypter demonstrieren gegen den Präsidenten Mohammed Mursi.
30. Juni 2013: Es kommt erneut zu Massenprotesten. Millionen Menschen fordern Mursis Rücktritt.
1. Juli 2013: Ägyptens Armeechef gibt den Islamisten und der Opposition 48 Stunden Zeit, eine Lösung zu finden.
2. Juli 2013: Der Präsident Mohammed Mursi lehnt seinen Rücktritt ab.
3. Juli 2013: Das Militär setzt den Präsidenten Mohammed Mursi ab.
4. Juli 2013: Der oberste Verfassungsrichter Adli Mansur wird als Übergangspräsident eingesetzt. Die Führungsriege der Muslimbrüder wird festgenommen.
8. Juli 2013: Adli Mansur gibt den Zeitplan für eine Verfassungsreform sowie Präsidentschafts- und Parlamentswahlen bekannt. Diese sollen bis Mitte Februar duchgeführt werden. Die Muslimbrüder lehnen eine Beteiligung an dem Prozess ab.
9. Juli 2013: Übergangspräsident Adli Mansur ernennt den Ökonomen Hazem Al Beblawi zum Chef der Übergangsregierung und den Oppositionsführer Mohammed ElBaradei zum Vizepräsidenten.
26./27. Juli 2013: Gegen den inhaftierten Ex-Präsidenten Mohammed Mursi wird wegen Verdachts des Mordes und der Verschwörung mit der militanten Hamas ermittelt.
7. August 2013: Ägyptens Übergangspräsident erklärt die diplomatischen Bemühungen für eine friedliche Lösung des Konflikts für gescheitert.
11. August 2013: Die Sicherheitskräfte kündigen die Räumung zweier Protestcamps der Islamisten in Kairo an.
14. August 2013: Sicherheitskräfte räumen die Protestcamps. In Ägypten wird ein einmonatiger Ausnahmezustand mit nächtlicher Ausgangssperre verhängt. Vizepräsident Mohammed ElBaradei tritt aufgrund der gewaltsamen Räumung der Protestlager zurück.
5. September 2013: Der ägyptische Innenminister überlebt einen Bombenanschlag in Kairo und der Ausnahmezustand wird um zwei Monate verlängert.
23. September 2013: Ein ägyptisches Gericht ordnet das Verbot der Muslimbrüder an.
12. November 2013: Der Ausnahmezustand wird aufgehoben.
25. November 2013: Die Muslimbrüder werden von der Übergangsregierung als Terrororganisation eingestuft.
14. Januar 2014: Das ägyptische Volk stimmt über die neue Verfassung ab.
18. Januar 2014: 98,1% stimmen für die neue Verfassung, die Beteiligung an der Abstimmung liegt jedoch unter 40%.
27. Januar 2014: Das Oberkommando der ägyptischen Streitkräfte ernennt einstimmig den Armeechef Abd al-Fattah al-Sisi zum Präsidentsschaftskandidaten.
30. Mai 2014: Der frühere Armeechef Sisis gewinnt mit über 90% der Stimmen die Präsidentschaftswahl. Hamdin Sabahi, sein einziger Herausforderer, erhält nur 3 % der Stimmen. Nachdem er erklärt, dass die Abstimmung unfair verlaufen sei, räumt er seine Niederlage ein.
3. Juni 2014: Die Wahlkommission erklärt Sisi zum nächsten ägyptischen Präsidenten.
9. Juni 2014: Rücktritt der militärgestützten Übergangsregierung. Interimsregierungschef Ibrahim Mahlab erklärt nach dem Rücktritt, so solle dem neuen Staatschef Sisi die Möglichkeit gegeben werden, sich ein Kabinett seines Vertrauens zusammenzustellen.
