Das Rote Meer – ein kleiner Ozean
Das Rote Meer, auf arabisch Bahr El-Ahmar, in römischer Zeit Sinus Arabicus oder Mare Rostrum genannt, erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 460.000 qkm. Das 2.250 km lange und bis zu 300 km breite Meer zwischen der arabischen Halbinsel und Ägypten bildet die Grenze zwischen Afrika und Asien. Die Durchschnittstiefe beträgt 2.000 m, wobei in der Nähe von Djida eine Maximaltiefe von 2.850 m gemessen wurde.
Im Norden wird das Rote Meer von der Sinai-Halbinsel in zwei tiefe Buchten geteilt: Westlich der Golf von Suez, wo es durch den künstlich geschaffenen Suezkanal mit dem Mittelmeer verbunden ist, und östlich der Golf von Aqaba (Eilat). Im Süden hat es durch die 29 km breite Meeresenge von Bab El Mandeb (Tor der
Tränen) Zugang zum Golf von Aden und damit zum Indischen Ozean.
Entgegen seinem Namen ist das Rote Meer tiefblau. In den Küstenregionen schimmert es von azurblau bis türkisblau. Zur Namensgebung gibt es unterschiedliche Erklärungen: Vielleicht erhielt es seinen Namen durch eine spezielle Algenart, die das Meer stellenweise rot färbt, vielleicht aber nannten es auch bereits
die alten Ägypter so, da das Rote Meer in ihrer Sprache an das Rote Land, die Wüste, grenzt.
Das Rote Meer entstand vor rund 40 Millionen Jahren, als die Trennung der arabischen Halbinsel vom ostafrikanischen Kontinent vollzogen war und der Grabenbruch, der sich im Norden um den Keil der Sinai-Halbinsel verzweigt, unter dem Wasser des einströmenden Ozeans versank. Während die Granitberge am Golf von Aqaba bis zu 1.800 m tief in den Meeresboden hinabstürzen, ziehen sich die Korallenriffe in dem mit 100 m Tiefe relativ flachen Golf von Suez bis südlich von Hurghada hin. Diese Riffe bestehen aus über Jahrtausende gewachsenen Kalksteinablagerungen von Korallen.
Das Rote Meer gilt als das wärmste aller Meere. Die Wassertemperatur beträgt an der Oberfläche bis zu 35°C und in größerer Tiefe etwa 21,5°C.
