Die Hauptstadt der Dominikanischen Republik
Nachdem 1502 ein Hurrikan die meisten hölzernen Gebäude Santo Domingos zerstörte, begann der damalige Stadthalter Nicolás de Ovando am gegenüberliegenden Ufer mit dem Wiederaufbau. Das neu gegründete Santo Domingo konstruierte er nach dem Idealbild der Städtebauer aus der Renaissance mit rechtwinklig angeordneten Straßen und einem Platz im Zentrum der Stadt. Ein solcher Grundriss war erstmalig in Amerika.
Bereits 1504 wurde Santo Domingo zum Bistum erhoben und fünf Jahre später zur Hauptstadt des neu gegründeten Vizekönigreiches Neuspaniens. Als politischer, wirtschaftlicher und geistiger Mittelpunkt erlebte Santo Domingo in den folgenden 30 Jahren einen unvergleichlichen Aufschwung. Viele der heute noch erhaltenen Gebäude entstanden im 16. Jahrhundert. Darunter beispielsweise das Hospital mit der Kathedrale – der Alcazar de Colón – sowie die älteste Kirche Amerikas, die heute nur noch eine Ruine ist.
Im Jahre 1538 baute man, durch einen Erlass von Papst Paul III, die erste Universität Amerikas im Gebäude des heutigen Dominikanerklosters. Viele Bauten, die im Stil der damaligen Zeit entstanden, fielen 1930 wiederum mit dem größten Teil der Innenstadt einem verheerenden Hurrikan zum Opfer. Kurz nach 1967 begann man mit den ersten Sanierungsmaßnahmen. Beispiele dafür sind die Restauration des Vizekönigspalastes Alcazar und die Casa de Cordón.
Historisches Stadtzentrum ist die Plaza Maria de Toledo mit einem großen, bronzenen Kolumbusdenkmal. An dieser Stelle kreuzen sich die beiden Hauptgeschäftsstraßen, die Calle El Conde und die Calle Arzobispo Meriño. Die gesamte Südseite nimmt der gedrungene Bau der Kathedrale Santa Maria de Menor ein.
