{"id":11093,"date":"2025-03-19T05:28:38","date_gmt":"2025-03-19T05:28:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dertour-reiseleitung.com\/teneriffa\/uncategorized\/die-canarios-2\/"},"modified":"2025-09-25T12:36:45","modified_gmt":"2025-09-25T11:36:45","slug":"die-canarios-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dertour-reiseleitung.com\/teneriffa\/infos-a-z\/rund-um-ihr-zielgebiet\/die-canarios-2\/","title":{"rendered":"Die Canarios","gt_translate_keys":[{"key":"rendered","format":"text"}]},"content":{"rendered":"<h3>Ruhe und Gelassenheit bestimmen das Leben auf La Gomera<\/h3>\n<p>Die heutigen Bewohner Gomeras sind \u00fcberwiegend offen und freundlich. Geduldig und hilfsbereit bem\u00fchen sie sich um ihre G\u00e4ste. Sie sind eher zur\u00fcckhaltend als aufdringlich.<br \/>\nEine der auff\u00e4lligsten Eigenschaften der Canarios ist ihre Gelassenheit in jeder Lebenslage. Sie haben alle Ruhe dieser Welt und lassen sich auch nicht von der Hektik der sich im An- oder Abreisestress befindenden Urlaubsg\u00e4ste anstecken: \u201eKeine Sorge, alles wird gut, das regeln wir ganz ruhig\u201d \u2013 Tranquilo, no se preocupe. Und so regeln sie in Ruhe, was geregelt werden muss. Was jedoch nicht so wichtig ist, kann dann etwas l\u00e4nger dauern.<\/p>\n<p>Eine spanische Gewohnheit tr\u00e4gt zur St\u00e4rkung der Nerven bei \u2013 die Siesta. Wo immer es m\u00f6glich ist, wird t\u00e4glich ab 13:00, sp\u00e4testens ab 14:00 Uhr die T\u00fcr geschlossen und bis etwa 17:00 Uhr Siesta gehalten.<\/p>\n<p><strong>Die Guanchen<\/strong><br \/>\nDie Guanchen sind die Ureinwohner der Kanaren. In den Berichten der spanischen Eroberer werden die Guanchen als blond, blau\u00e4ugig und hellh\u00e4utig beschrieben. Wissenschaftliche Untersuchungen, z.B. an mumifizierten Leichen, zeigen, dass es verschiedene Ethnien auf den Kanarischen Inseln gab. Dies spricht f\u00fcr eine Besiedlung der Inseln aus verschiedenen Herkunftsregionen. Die erste Einwanderungswelle gab es wohl um etwa 3.000 v. Chr., als W\u00fcstenbewohner aus der Sahara mit Binsenbooten auf die Inseln gelangten. Ausgrabungen belegen, dass au\u00dferdem Menschen aus S\u00fcdwesteuropa einwanderten. Um ca. 1100 v. Chr. erreichten die Ph\u00f6nizier vom \u00f6stlichen Mittelmeer aus die Inseln. Eine weitere Einwanderungswelle aus Nordafrika gab es von ca. 500-200 v. Chr. Auch die R\u00f6mer gelangten vor ca. 2.000 Jahren wohl auf die Kanaren und bezeichneten sie als \u201efortunae insulae\u201c, die Inseln der Gl\u00fcckseligen. Man nimmt an, dass auch die Wikinger im fr\u00fchen Mittelalter (800-1.000 n. Chr.) bis hierher kamen.<\/p>\n<p>Die Guanchen entwickelten eine eigene Sprache \u2013 Guanche \u2013 und eine eigene Kultur. Zur Verst\u00e4ndigung \u00fcber weite Distanzen entstand au\u00dferdem die Pfeifsprache El Silbo, die heute noch auf La Gomera zu h\u00f6ren ist. Sie betrieben Viehzucht und Ackerbau, lebten ansonsten nach steinzeitlicher Lebensweise. Metallverarbeitung kannten Sie nicht. Sie stellten Gef\u00e4\u00dfe aus Ton und Holz her. Sie wohnten in H\u00f6hlen oder strohgedeckten Steinh\u00fctten. Die Guanchen lebten in St\u00e4mmen zusammen und wurden von H\u00e4uptlingen oder K\u00f6nigen regiert.<br \/>\nIm Jahr 1402 erfolgte die Eroberung einiger Kanarischer Inseln durch den Normannen Jean de Bethencourt im Auftrag der kastilischen Krone. Unterworfen wurden zun\u00e4chst Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro. La Gomera konnte vorerst nicht bezwungen werden. Nach Bethencourts Tod \u00fcbernahmen ab Mitte des 15. Jh. zwei Familien, de la Casa und Peraza, die Macht auf den Inseln. Sie beuteten die Guanchen aus und versklavten sie. Auf Gomera herrschte ab 1478 der despotische Feudalherr H\u00e9rnan Peraza, der sich unter den Guanchen keine Freunde machte und schlie\u00dflich von ihnen get\u00f6tet wurde.<\/p>\n<p><strong>Guanchenk\u00f6nig Hupalupa<\/strong><br \/>\nHupalupa ist ein sagenumwobener Guanchenk\u00f6nig, der sich den spanischen Conquistadores widersetzte. Hupalupa residierte im fruchtbaren Tal Valle Gran Rey im Westen von Gomera, das noch heute als Tal des gro\u00dfen K\u00f6nigs an ihn erinnert. Viele Legenden ranken sich um den Guanchenk\u00f6nig. Von seiner sch\u00f6nen K\u00f6nigstochter wird erz\u00e4hlt, dass sie durch ihre hellseherischen F\u00e4higkeiten gemeinsam mit ihrem Vater Unheil von Gomeras Volk abwenden konnte. Sein Widersacher war der spanische Anf\u00fchrer H\u00e9rnan Peraza, den er erbittert bek\u00e4mpfte. 1487 plante er, Peraza zu t\u00f6ten. Sein Vorhaben wurde aber vereitelt, da er von keinem geringeren als seinem eigenen Sohn verraten wurde. Daraufhin soll Hupalupa den K\u00f6nigssohn vor den Augen seines Volkes erstochen haben.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter gelang es dem Guanchenkrieger Hautacuperche, der als Nachfolger des gro\u00dfen K\u00f6nigs Hupalupa vorgesehen war, Peraza auf dem Weg zu seiner Geliebten, der Guanchin Iballa, zu \u00fcberw\u00e4ltigen und zu t\u00f6ten. Bei den folgenden Unruhen kam Hautacuperche allerdings ums Leben.<\/p>\n<p>Im Valle Gran Rey steht zur Erinnerung an den Aufstand gegen die Besetzer am Strand eine gro\u00dfe Bronzestatue von Hautacuperche.<\/p>\n<p><strong>Die Legende von Gara und Jonay<\/strong><br \/>\nVor der spanischen Eroberung lebte der Legende nach auf La Gomera die sch\u00f6ne Prinzessin Gara. Sie verliebte sich in den mittellosen Bauernsohn Jonay, der aus Teneriffa stammte. Er erwiderte ihre Liebe und fuhr jeden Tag auf einem Flo\u00df zur Nachbarinsel, um seine Geliebte zu treffen. Doch die Verbindung schien nicht von Gl\u00fcck gesegnet: Ein Priester sagte gro\u00dfes Unheil f\u00fcr die beiden voraus. Als die beiden heiraten wollten, schien sich die Prophezeiung zu erf\u00fcllen: Ein m\u00e4chtiges Erdbeben ersch\u00fctterte Teneriffa. Der Teide spie Lava, das Meer um La Gomera f\u00e4rbte sich blutrot, die Insel begann zu gl\u00fchen. Die Familie der Prinzessin wollte die Heirat der beiden verhindern und brachte Jonay nach Teneriffa zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Seine Liebe zu Gara war jedoch so gro\u00df, dass er sich wenige Wochen sp\u00e4ter wieder auf den Weg nach La Gomera machte. Zusammen flohen die beiden in das Hochland der Insel und versteckten sich in den dichten W\u00e4ldern.<\/p>\n<p>Als beide keine Hoffnung f\u00fcr ihre Liebe und ein gemeinsames Leben mehr hatten, nahmen sie eine an beiden Enden gespitzte Lanze aus Lorbeerholz und stie\u00dfen sie sich durch die Brust. In inniger Umarmung ging das Liebespaar in den Tod.<\/p>\n<p>Seit jener Zeit, so sagen die Gomeros, tr\u00e4gt der wundersch\u00f6ne Nebelwald und heutige Nationalpark auf La Gomera den Namen der beiden Liebenden: Garajonay.<\/p>\n<p><strong>El Silbo<\/strong><br \/>\nMit der Pfeifsprache El Silbo haben die Ureinwohner La Gomeras eine weltweit einzigartige Sprache entwickelt, mit der sie sich \u00fcber weite Distanzen verst\u00e4ndigen konnten. El Silbo besteht aus Pfiffen unterschiedlicher Tonh\u00f6he und -l\u00e4nge und setzt sich zusammen aus zwei Vokalen und vier Konsonanten. Zeige- und Mittelfinger werden zur Tonerzeugung in den Mund gelegt und mit Hilfe der Zunge werden so Pfeift\u00f6ne gebildet. Die freie Hand dient als Schalltrichter. Es ist die lauteste Art der Kommunikation ohne weitere Hilfsmittel. So tauschten die Bewohner weit entfernter D\u00f6rfer \u00fcber eine Distanz von bis zu 10 km Botschaften miteinander aus. Sie sch\u00fctzten sich dadurch zum Beispiel vor Angriffen der spanischen Eroberer oder vor Piraten\u00fcberf\u00e4llen. Von der UNESCO wurde El Silbo im Jahr 2009 zum Weltkulturerbe der Menschheit erkl\u00e4rt. Ein Teil der gomerischen Inselbev\u00f6lkerung beherrscht die Sprache bis heute. Diejenigen, die sie benutzen, nennt man Silbadores. In den Schulen auf La Gomera geh\u00f6rt El Silbo seit einiger Zeit zu den festen Unterrichtsinhalten. Ein Denkmal am Aussichtpunkt Mirador de Igualero in Gomeras Parque Nacional de Garajonay wurde im Jahr 2005 dem Silbo Gomero gewidmet.<\/p>\n<p>Wer die Pfeifsprache heute live erleben m\u00f6chte, besucht am besten eine der vielen Fiestas auf La Gomera, die h\u00e4ufig Vorf\u00fchrungen dieser gelebten Tradition beinhalten. Oder Sie spitzen beim Wandern \u00fcber die wundersch\u00f6ne Kanareninsel die Ohren, um mit etwas Gl\u00fcck einige gepfiffene El-Silbo-Botschaften zu h\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false,"gt_translate_keys":[{"key":"rendered","format":"html"}]},"excerpt":{"rendered":"<p>Ruhe und Gelassenheit bestimmen das Leben auf La Gomera Die heutigen Bewohner Gomeras sind \u00fcberwiegend offen und freundlich. Geduldig und hilfsbereit bem\u00fchen sie sich um ihre G\u00e4ste. Sie sind eher zur\u00fcckhaltend als aufdringlich. Eine der auff\u00e4lligsten Eigenschaften der Canarios ist ihre Gelassenheit in jeder Lebenslage. 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